fobu

Orden

Schon nach dem ersten, mit vielen amüsanten Pannen vollstreckten Föbüverschuss an der Fasnacht 1973 war klar: Der Verschuss soll jedes Jahr wiederholt werden, das „Opfer“ mit der Exekution zum Ehrenföbü mutieren und sichtbar und unvergänglich ausgezeichnet werden. Ein Orden musste her! Der St. Galler Künstler Max Oertli, der als Ehren-Föbü I. in die Annalen einging, kreierte aus Wachs den Ur-Orden in Plattenform in der Grösse 15x15 Zentimeter. In der Giesserei Felix Lehner im Sittertobel entstand der Originalorden in Bronze.

Würde bringt Bürde: Der Orden wiegt sage und schreibe ein ganzes Kilogramm! Und die Kette hat die Eigenschaft, sich am Hals zu scheuern und sich mit Blaseneffekt bemerkbar zu machen.
Den echten Ehren-Föbü erkennt man deshalb an der Hornhaut am Gnigg...

 

 

 

 

 

 

 


Der Verschuss: Klamauk vom Feinsten

fuchs

In den rund 40 Föbü-Jahren hat sich der Verschuss stetig gewandelt. Erst nach und nach wurde eine Form gefunden, die man als Ritual bezeichnen kann. Blumenmarkt, Pic-o-Pello-Plätzchen,  Katharinenplatz – das Golgatha der Ehrenfödlebürger wurde anfangs herumgeschoben wie ein unliebsames Kind. Max der I. wurde auf einem Güllenwagen aufgefahren, Kurt II in einem Kalbergatter der Trogenerbahn. Mit der Zeit wurde auch der Sinn des Zeremoniells klar: dem gewählten Födlebürger die letzten Reste dieser Sanggaller Charaktereigenschaft mit Konfettis auszublasen und ihn in den Föbü-Himmel zu befördern, auf dass er als geläuterter Ehrenfödlebürger auf die Erde zurückkehre. Geblieben ist das originelle Fahrzeug, mit dem die Auserkorenen vom Drahtseilbähnli in Begleitung vieler Guggenmusigen auf den Blumenmarkt transportiert wird.  

Das Zeremoniell beginnt mit einem gemeinsamen Guggenauftakt - der Verschuss-Kandidat wird, vorderhand noch maskiert, vorgestellt. Es folgt mit viel Brimborium die Demaskierung und die Laudatio. Während dem von den Guggen intonierten Fahnenmarsch wird mit vielen unnötigen Kommandos die Kanone geladen und in Stellung gebracht. Die Probeschüsse gehen meistens ins Volk, dazwischen dürfen die drei letzten Wünsche vortragen werden - dann hüllt der Konfettischuss die Szene für einige Momente in ein farbiges und bewegtes Tohuwabohu, in dem nichts mehr zu erkennen ist. Im gewaltigen Schlussbild wird, mit viel humoriger Herzlichkeit, das neue Mitglied im Kreis der Ehren-Föbüs aufgenommen und zum anschliessenden Liichemöhli geleitet.

Sanggallen hat einen Födlebürger weniger...