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In den über 30 Föbü-Jahren hat sich der Verschuss stetig gewandelt. Erst nach und wurde eine Form gefunden, die man als Ritual bezeichnen kann. Blumenmarkt, Pic-o-Pello-Plätzchen, Katharinenplatz – das Golgatha der Ehrenfödlebürger wurde anfangs herumgeschoben wie ein unliebsames Kind. Max der I. wurde auf einem Güllenwagen aufgefahren, Kurt II in einem Kalbergatter der Trogenerbahn. Mit der Zeit wurde auch der Sinn des Zeremoniells klar: dem gewählten Födlebürger die letzten Reste dieser Sanggaller Charaktereigenschaft mit Konfettis auszublasen und ihn in den Föbü-Himmel zu befördern, auf dass er als geläuterten Ehrenfödlebürger auf die Erde zurückkehre.

Geblieben ist das originelle Fahrzeug, mit dem die Auserkorenen vom Drahtseilbähnli in Begleitung vieler Guggenmusigen auf den Blumenmarkt transportiert wird.

Das Zeremoniell beginnt mit einem gemeinsamen Guggenauftakt - der Verschuss-Kandidat wird, vorderhand noch maskiert, vorgestellt. Es folgt mit viel Brimborium die Demaskierung und die Laudatio. Während dem von den Guggen intonierten Fahnenmarsch wird mit vielen unnötigen Kommandos die Kanone geladen und in Stellung gebracht. Die Probeschüsse gehen meistens in Volk, dazwischen dürfen die drei letzten Wünsche vortragen werden. Zu Tränen rührt Louis Armstrongs „Negerbegräbnis“ der Guggen - dann hüllt der Konfettischuss die Szene für einige Momente in ein farbiges und bewegtes Tohuwabohu, in dem nichts mehr zu erkennen ist. Im gewaltigen Schlussbild wird, mit viel humoriger Herzlichkeit, das neue Mitglied im Kreis der Ehren-Föbüs aufgenommen
und zum anschliessenden Liichemöhli geleitet.